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Konform zur Norm: So betreiben Sie Standard-Geräte sicher im gasexplosionsgefährdeten Bereich

ASM druckfest gekapseltes System mit eingebauten K-System Eigensicherheits-Trennbarrieren
ASM druckfest gekapseltes System mit eingebauten K-System Eigensicherheits-Trennbarrieren

Sie müssen bestimmte Instrumente in einer gasexplosionsgefährdeten Umgebung einsetzen, aber diese sind leider nicht explosionsgeschützt konstruiert? Die Lösung dafür erscheint oberflächlich betrachtet einfach – Sie installieren die Geräte in einem schützenden Gehäuse. Da die Explosionsgefahr jedoch Risiken für Menschen und Umgebung nach sich zieht, ist dabei eine ganze Reihe von Vorgaben zu beachten.


Einführung in Explosionsschutz-Regeln

In der Europäischen Gemeinschaft sind drei Regelwerke von maßgeblicher Bedeutung:

Richtlinie 99/92/EC (ATEX 137) „Mindestvorschriften zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der Arbeitnehmer, die durch explosionsfähige Atmosphäre gefährdet werden können“ zeigt die Pflichten der Arbeitgeber auf.

Richtlinie 94/9/EC (ATEX 95) legt die Regeln für „Geräte und Schutzsysteme zur bestimmungsgemäßen Verwendung in explosionsgefährdeten Bereichen“ dar.

Hinsichtlich der Standardisierung erfasst das internationale Normenwerk IEC 60079 die meisten der zu beachtenden Aspekte. Es deckt unter anderem die Einteilung der gefährdeten Bereiche (IEC 60079-10) und die verschiedenen Zündschutzarten sowie Instandhaltung und Reparatur ab (IEC 60079-17 & -19).

Dieser internationaler Standard wird schrittweise in europäische und nationale Normen übernommen, wobei zusätzlich weitere regionale Regeln gültig sein können.


Überdruckkapselung und druckfeste Kapselung bieten Lösungen

Zum Schutz von nicht-explosionsgeschützter Ausrüstung bietet die IEC-Norm zwei Optionen: Überdruckkapselung Ex p (IEC 60079-2) und druckfeste Kapselung Ex d (IEC 60079-1). Die Unterschiede zwischen diesen Schutzarten sind gravierend. Pepperl+Fuchs bietet als Spezialist im Explosionsschutz für beide Varianten die entsprechenden Lösungen.

Die Überdruckkapselung Ex p hält das explosionsfähige Gasgemisch durch die Erzeugung eines Überdrucks innerhalb eines Gehäuses „auf Abstand“. Geräte im Inneren sind so sicher, aber Schutzeinrichtungen müssen kontinuierlich aktiv arbeiten, um die Aufrechterhaltung des Drucks zu gewährleisten. Im Falle von Fehlfunktionen oder äußeren Einflüssen stellt die lückenlose Überwachung sicher, dass rechtzeitig ein sicherer Zustand hergestellt wird.

Die druckfeste Kapselung Ex d bezeichnet im Vergleich „nur“ ein passives Gehäuse in einer bestimmten IP-Schutzart nach EN 60529. Das explosive Gas kann durch die konstruktiv bedingten Spalten an Deckel und Kabeleinführungen eintreten. Eine Explosion darf im Gehäuseinneren stattfinden – sie darf nur niemals nach außen treten.


Umfangreiche Produkttests sorgen für maximale Sicherheit in der Anwendung

Um sicherzustellen, dass es unter keinen Umständen zum Austritt der Explosion kommt, werden alle Gehäuse sowohl während des Zertifizierungsprozesses als auch während der Fertigung umfassend getestet. Folgende Anforderungen werden dabei an die Gehäuse gestellt:

  • Das Gehäuse muss einer Explosion im Inneren ohne Verformung standhalten
  • Die äußere Oberfläche darf an keiner Stelle die Zündtemperatur der umgebenden Atmosphäre erreichen
  • Durch die Spalten nach außen dringendes Explosionsgas muss hinreichend abkühlen

Der sogenannte Referenzdrucktest ist eine der rigorosen Prüfungen, welche die genannten Punkte abdecken. In Abhängigkeit von Gehäusevolumen, Gasart und Umgebungstemperatur werden während des Tests Explosions-Referenzdrücke ermittelt. Jede druckgekapselte Lösung muss diesen Drücken standhalten.

Die umfassende Zertifizierung aller Gehäuse und Bedienelemente wie Schalter, Anzeigeleuchten oder Drucktaster sowie das profunde Wissen und die Erfahrung der Projektingenieure in den Pepperl+Fuchs Solution Engineering Centers stellen sicher, dass Ihre Geräte optimal arbeiten können und Ihre Anlage sicher geschützt ist.

Für Informationen zu Optionen der druckfesten Kapselung sowie Möglichkeiten zur anwendungsspezifischen Anpassung und Planungsunterstützung kontaktieren Sie uns oder besuchen Sie uns auf www.pepperl-fuchs.com/flameproof.