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Feldbuskomponenten für erste EST-Anlage von Eni in Sannazzaro dè Burgondi, Italien [Referenz]

Projektdetails

Circa 15 000 E/A-Signale wurden in Sannazzaro dè Burgondi fest verdrahtet
Circa 15 000 E/A-Signale wurden in Sannazzaro dè Burgondi fest verdrahtet

Kunde | Eni

Projekt | Implementierung von Feldbuskomponenten in die Architektur der ersten EST-Anlage

Standort | Sannazzaro dè Burgondi, Italien

Fertigstellung | Oktober 2013


Projektbericht

Der Kunde

Wer im Zuge eines Großprojekts erfolgreich ein neues Verfahren im Markt etablieren möchte, steht vor Herausforderungen. Dabei die Innovation mit der notwendigen Sicherheit zu verbinden, ist im Bereich der Öl- und Gasverarbeitung eine Grundvoraussetzung.

Das galt im Mai 2011 auch für Eni, eine der führenden integrierten Firmen des Energiesektors. Gemeinsam mit dem spezialisierten Anlagenbauer Saipem legte das größte Unternehmen Italiens in Sannazzaro dè Burgondi den Grundstein der ersten EST-Anlage. EST steht für „Eni Slurry Technology“ und bezeichnet ein in Italien entwickeltes, neuartiges Verfahren zur Umwandlung von Abfallstoffen aus dem Raffinationsprozess.

Aus schweren Ölen und Bitumen entstehen in der Raffinerie nun Produkte mit höherer Qualität und ökologischer abbaubare Materialien. Darüber hinaus wird die Anlage auch für Versuche und Forschungen der Eni eingesetzt. Nur eine Prozessarchitektur, die modernsten Standards entspricht, deckt dieses fordernde Applikationsprofil ab.

Die Ausgangslage

Direkten Informationsaustausch innerhalb der Architektur definierten Eni und Saipem im Vorfeld als Kernpunkt einer zukunftsfähigen Lösung. Trotz der über mehrere Anlagenbereiche verteilten Installation musste eine umfassende Integration sichergestellt werden.

Die folgenden Komponenten sollten effektiv als ein System zusammenarbeiten:

  • Verteilte Leittechnik
  • Sicherheitstechnik
  • Brandschutz

Gemessen an dieser Anforderung erschien Eni digitale Übertragungstechnik mittels Feldbus bis zum Feldgerät als die ideale Lösung, um Status-, Alarm- und Diagnosefunktion anlagenweit zu ermöglichen. Doch mussten Eni und Saipem geeignete Partner finden, die Prozessdaten wirklich vollständig in ein System integrieren können.

Die Lösung

Yokogawa und Pepperl+Fuchs installierten schließlich bei Eni die für die anspruchsvolle Applikation geeignete Lösung. Verteilte Leittechnik, Sicherheitstechnik und Brandschutz sind in der durch Yokogawa umgesetzten Topographie vollständig integriert. Rund 15 000 E/A-Signale wurden in Sannazzaro dè Burgondi fest verdrahtet und 650 Segmente bedienen 5500 Feldbusinstrumente.

Alessandro Malberti, Produktmanager bei Yokogawa Italien, gibt weitere Einblicke: „Die Lösung umfasst alle Systeme: DCS, ESD und F&G. Sie ermöglichen den direkten Informationsaustausch innerhalb der Architektur, wobei nur ein redundanter Bus verwendet wird, der alle Systeme miteinander verbindet. Die von Yokogawa vorgeschlagene Topografie beruht auf der Integration des Distributed Control System (DCS) Centum VP mit dem ESD System ProSafe RS und deckt alle Steuerungs- und Sicherheitsfunktionen ab“. Das Plant Asset Management wird mit dem Modul PRM realisiert.

Die Infrastrukturkomponenten von Pepperl+Fuchs gewährleisten, dass die Segmente des FOUNDATION Fieldbus ordnungsgemäß arbeiten. Vorverdrahtete Segment-Protector-Feldbusverteiler für Zone 2 stellen eigensichere Anschlüsse für die Feldgeräte an den High-Power Trunk zur Verfügung. Dieses Anschlusskonzept erlaubt gleichzeitig lange Kabelwege und hohe Gerätezahlen je Segment. Zusätzliche Schutzfunktionen wie Kurzschlussschutz an jedem Ausgang sichern die Prozessautomation ab und erhöhen die Verfügbarkeit weiter. Auch Produkte verschiedener Hersteller integriert Eni dank der FOUNDATION Fieldbus-Technologie problemlos. In der Anlage befinden sich Instrumente der Hersteller Metso, Emerson, Vega, Biffi und Auma.



Ausgestattet mit Zubehör und vorverdrahtet im Edelstahlgehäuse: Die Feldbusverteiler „Segment Protector“ für die Zone 2 und Explosionsschutzart Eigensicherheit „Ex ic“

Dank des Advanced-Diagnostics-Moduls erfolgen Wartungsarbeiten nicht vorbeugend, sondern nur dann, wenn ein tatsächlicher Bedarf diagnostiziert wurde
Dank des Advanced-Diagnostics-Moduls erfolgen Wartungsarbeiten nicht vorbeugend, sondern nur dann, wenn ein tatsächlicher Bedarf diagnostiziert wurde

Das von Pepperl+Fuchs entwickelte Advanced-Diagnostics-Modul (ADM) sorgt für die schnelle Inbetriebnahme von Feldbussegmenten. Die Physical-Layer-Diagnose des ADMs ermöglicht eine rasche Störungserkennung im laufenden Betrieb. Das integrierte Expertensystem interpretiert Messungen und Meldungen der Feldbusinstallation und bereitet diese direkt in verständlichen Worten und mit Lösungsvorschlägen für den Wartungsfachmann auf. Die Features des ADMs stellen die rechtzeitige Wartung und somit die volle Funktionsfähigkeit der Feldbussegmente für Eni sicher. So werden Wartungsarbeiten nicht mehr vorbeugend, sondern bei klar diagnostiziertem Bedarf durchgeführt.

„Wir fühlen uns verpflichtet, über einen langen Zeitraum eine ordnungsgemäße Funktion der FOUNDATION Fieldbus-Segmente zu garantieren, und das hat den Ausschlag für die Lösung von Pepperl+Fuchs gegeben“, erläutert der Produktmanager von Yokogawa. „Das von Pepperl+Fuchs hergestellte Advanced-Diagnostics-Modul ermöglicht uns eine kontinuierliche Überwachung sogar der Installationstechnik integriert im Asset Management System.“

Integrierte Systeme und leistungsstarke Feldbustechnologie sichern also in Sannazzaro dè Burgondi hohe Verfügbarkeit, umfassenden Informationsfluss und geringe Wartungskosten.